... ein Abschlußbericht

 

Das Projekt sieht sich als Beitrag zur Willkommenskultur und zielte darauf, Neubürgern der Stadt Erfurt ihre neue Heimat näherzubringen. Das Anliegen war es, die Ortskenntnis zu erhöhen, Kontakte zwischen Behörden/ Institutionen und Bürgern herzustellen, sowie etwaige Unsicherheiten und Vorbehalte im gegenseitigen Umgang abzubauen. Neben der Information über demokratische Partizipationsmöglichkeiten und Rechte sollte auch eine Identifikationsgrundlage geschaffen werden.

 

Finanziert aus Mitteln des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ des Thüringer Landesprogramms für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit sowie der Stadt Erfurt begann die Planungs- und Organisationsphase des Projekts im August 2015. Dr. Nassar Massadeh und Robert Willecke, M.A. waren für die Organisation, Koordination, Durchführung und Gruppenleitung zuständig. Nach Rücksprache mit potentiellen Teilnehmern fiel die Entscheidung, die Termine an vier Freitagen durchzuführen, um den Möglichkeiten und Wünschen der Teilnehmern möglichst entgegen zu kommen. Das Projekt sollte auf Deutsch durchgeführt werden, um den Teilnehmern die Möglichkeit zu bieten, ihre bereits erworbenen Sprachkenntnisse anzuwenden. Rückfragen, Verständigungsschwierigkeiten etc. konnten aber durch die Sprachkompetenzen der beiden Betreuer auch in der Muttersprache bzw. alternativen Sprachen (z.B. Englisch und Französisch) geklärt werden.

 

Das Projekt begann am 04.09. mit einer kurzen Einführung für die Teilnehmer im Gruppenraum der THEPRA Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer. Danach begaben sich die beiden Betreuer und die Gruppe zum Rathaus. Fakten und Geschichte der thüringischen Landeshauptstadt waren bereits auf dem Weg dorthin Gegenstand des Programms. Auch auf dem Weg liegende wichtige Orte wie der Anger wurden angesprochen. Im Rathaus wurde nicht nur die Institution und Möglichkeiten des Bürgerservices etc. erläutert, sondern auch anhand des Rathausfestsaals mit seinen historischen Malereien die Geschichte Erfurts näher gebracht. Über den Waidspeicher (mit einem Exkurs zu Erfurts früheren Reichtum) begab sich die Gruppe zum Domplatz, wo ein Besuch des Doms und der Zitadelle Petersberg anstanden.

 

Am 18.09. begann der zweite Programmtag, da aufgrund der Wettersituation am 11.09. eine Pause nötig wurde. Hier stand zuerst eine Führung durch den Landtag auf dem Programm, welcher extra für die Gruppe geöffnet wurde. Die Teilnehmer durften auf den Plätzen der Abgeordneten den Ausführungen zu dieser Institution zuhören. Anschließend wurde der Erinnerungsort „Topf und Söhne“ besucht, wo eine kurze Einführung in die Thematik und Bedeutung des Ortes erfolgte. Anschließend stand hinreichend Zeit zur Besichtigung der Ausstellung zur Verfügung. Begleitet wurde die Gruppe an diesem Tag durch russischsprachige Teilnehmer eines anderen Projektes an der THEPRA.

 

Die Termindaten am 25.09. und 02.10. mussten leider entfallen, da potentielle Teilnehmer und die Koordinatoren bei der Erstaufnahmeeinrichtung am Messegelände gebraucht wurden; hinzu kamen Fort- und Weiterbildungstermine.

 

Für den 09.10. war ein Besuch des egaparks geplant. Den Teilnehmern wurde die Bedeutung und Geschichte des Geländes näher gebracht und die wichtigsten Sehenswürdigkeiten des bei Erfurtern beliebten Parks besucht und erläutert. Die russischsprachige Gruppe war erneut gern gesehener Gast.

 

Der letzte Programmtermin fand am 16.10. statt. Eine Führung zur Alten und zur Kleinen Synagoge sowie der Mikweh brachten den Teilnehmern die jüdische Geschichte und das zugehörige Erbe der Stadt Erfurt näher. Abgerundet durch Ausführungen zur Krämerbrücke und eines Besuchs der selbigen stand als finaler Schlusspunkt ein Besuch bei Radio F.R.E.I. an. Dort erhielten die Projektteilnehmer nicht nur Einblicke in die Arbeit eines Radiosenders, sondern wurden auch über dessen besonderen Charakter und seine diversen Arbeitsfelder und Projekte aufgeklärt. Einer der Teilnehmer ist fest entschlossen, zukünftig bei Radio F.R.E.I. mitzuwirken.

 

Im Durchschnitt waren an den Projekttagen zwischen 10 und 15 Teilnehmer anwesend, zumeist aus dem arabischsprachigen Raum. Insgesamt erfuhr das Projekt sehr viel Unterstützung und Kooperationsbereitschaft seitens der Partner und besuchten Einrichtungen. Deren Feedback und auch das der Teilnehmer bezüglich des Projektes war ausnehmend positiv.

 

Text & Bild: Dr. Nassar Massadeh (MBE Erfurt)